Kunst kann als spirituelle Praxis gesehen werden. Kunst hilft uns, uns auszudrücken und uns mit unserem Unterbewusstsein zu verbinden und Energie zu gewinnen. Während wir malen, können wir neue heilende Einsichten und persönliches Wachstum ermöglichen.

Kreativität ist nichts minder als die reine Sprache unserer Seele, die von unserer Intuition geleitet wird.

Egal, ob Du Dich für einen Künstler hältst oder noch nie einen Pinsel in der Hand hattest – jeder kann malen und Zugang zu seiner Kreativität finden.
Wenn wir für einen Moment still stehen und wenn wir wie in der Meditation Frieden und Stille in unser Herz einladen, können wir uns unserer inneren Stimme – unserer Intuition – öffnen.

Es gibt viele Parallelen zwischen Kunst und Meditation, die durch Intuitives Malen praktiziert werden können.

 

  • Wenn Du Dich auf das Malen vorbereitest, mach dich frei von allen äußeren Ablenkungen. Suche Dir eine Umgebung, wo Du ungestört bist vom Telefon, T.V., dem Computer, dem Hund, etc. In der Meditation geht es gleichermaßen um aktives Engagement und bewusste Freisetzung von Störfaktoren. Wir machen uns Zeit und Raum für uns, sind aber nicht zu hart zu uns.

 

  • Schicke Deinen „non-stop talking mind“ (ich nenne ihn auch „mind fuck“) in den Urlaub und wähle Materialien aus, mit denen Du malen möchtest. Aquarell- oder Acrylfarben, Ölpastellkreiden usw. In der Meditation ist es notwendig, sich mindestens eine Minute auf unseren Körper zu besinnen und uns auf unsere Atmung zu konzentrieren. Es ist gut, wenn wir gedanklich schon einmal unsere Absicht visualisieren.

 

  • Loslassen. Das Malen im Freien bietet eine gute Möglichkeit, Dich darin zu üben.  Die Sonne wirft ihre Schatten auf das Papier, ohne dass Du den Schatten kontrollieren kannst. Genauso kommt vielleicht eine Windböe und den Papier fliegt davon. In der Meditation kann man Hindernisse als vorbeiziehende Wolken betrachten, die kommen, aber auch wieder gehen.

 

  • Versuche nicht zu urteilen. Mach Dir keine Sorgen darüber, wie das Bild am Ende ausschauen wird. Zum Beispiel ist das Malen mit Aquarellfarben völlig unvorhersehbar, wenn Farben ineinander laufen. Loslassen ist manchmal der Schlüssel zu Deiner besten Arbeit. Wie in der Meditation, erkennen wir die Situation und das Jetzt so an, wie es gerade ist anstatt zu versuchen, an unseren Gedanken festzuhalten und sie zu kontrollieren. Wir lassen es los, machen einen Schritt zurück und kehren zu unserem Fokus – unserem Atem zurück!

 

  • Sei das Bild. Wenn Du einen Baum betrachtest und dessen Farben, Formen, Texturen und das Licht und die Dunkelheit des Baumes wahrnimmst, kannst Du die Energie des Baumes spüren. Versuche dasselbe mit Deinem Bild. Wenn wir uns in der Meditation beispielsweise auf unseren Atem fokussieren, verschmelzen wir mit ihm.

 

  • Akzeptiere Deine Fehler und liebe dich selbst für Deine Fehler. Lass Dich von Deinen kleinen Ungeschicktheit überraschen. Halte den Pinsel in Bewegung. In der Meditation kommen Gedanken und Gefühle, so überraschend sie auch sein mögen. Durch das Weiteratmen können wir uns darin üben, sie anzunehmen.

 

  • Es gibt nicht nur eine EINZIGE Möglichkeit zu malen. Kreativität entsteht durch “ thinking out of the box“. Es gibt endlos viele Möglichkeiten, ein Bild zu erschaffen. Entdecke einfach die verschiedenen Farben, Formen und Materialien. Es gibt auch viele verschiedene Arten zu meditieren: Gehmeditation, Sufi-Tanz, Gebrauch eines Mantas oder Symbols – jeder kann die ganz eigene Methode finden, um sich zu zentrieren und zu erneuern.

 

  • Werde Dir der Wiederholung gewahr. Kneten Brot, Nähen, Weben und Malen sind alles wiederkehrende Aktivitäten, die uns in eine zeitlose Zone oder „Flow“ fallen lassen. In der Meditation verlieren wir den Überblick über die Zeit, die Gehirnwellen verändern sich, und wir wachen mit einem neuen Blickwinkel auf Gegebenheiten auf. Durch Meditation schaffen wir es, uns wieder etwas von den allgegenwärtigen Sorgen unseres täglichen Lebens loszulösen und Abstand zu gewinnen.

 

  • Trete einen Schritt zurück und sieh Dir das Bild von Weitem an. Manchmal hilft uns der entfernte Blickwinkel, das Bild auf eine neue Weise wahrzunehmen. Vielleicht erkennst Du in dem Bild einen Teil deiner Selbst wieder, was Dein Bild einzigartig macht. In der Meditation können wir uns auch mit dem größeren Ganzen verbinden. Dann gewinnen wir eine neue Perspektive, die unsere Sorgen und Ängste klein werden lässt und uns zeigt, was wirklich von Bedeutung ist.

 

  • Genieße die Zeit, die Du mit Dir selbst verbringst; Es ist einzigartig befriedigendes Erlebnis und es macht unglaublich viel Spaß, Zeit mit Deiner Kreativität zu füllen. Du wirst Dich danach wie neugeboren fühlen. Durch den Zugang zu Deiner Kreativität verbindest Du dich mit Deinem freien, gelassenen und unbeschwerten Teil Deiner Selbst.  In der Meditation kehren wir auch erneuert und erfrischt zurück und tanken Energie für den Alltag.

 

Bei jedem kreativen Schaffensprozess und bei jeder Meditation wird uns mehr und mehr bewusst, wer wir wirklich sind. Wir fühlen uns selbst mit uns und der Welt und allem, was ist, verbunden.

 

Wie der Mythologe Joseph Campbell sagte:

„Dein heiliger Ort ist dort, wo Du Dich selbst wieder und wieder antriffst.“